Warum paleo?

Am besten berichte ich einfach mal etwas über mich, welche Erfolge ich mit dieser Ernährungsform erreicht habe, was sich zum positiven verändert hat und warum es nicht bei einer Diät geblieben ist, sondern zu einer kompletten Veränderung meiner Essgewohnheiten geworden ist.

Ich war als Kind schon moppelig, unsportlich und süchtig nach Schokolade. Ich war zwar nie stark übergewichtig aber ich musste immer aufpassen was ich esse. Rückblickend muß ich sagen, daß ich wohl nie ein gesundes Verhältnis zum Essen hatte. Meine erste Diät machte ich mit 13 oder 14 und ich weiß noch daß ich ganze Kalorientabellen auswendig lernte! Mit 16 wurde ich wegen Akne zu einer Ernährungsberaterin geschickt die mich davon überzeugte daß Fleischverzehr die Wurzel allen Übels sei und daß ich mit einer vegetarischen Ernährung schlank und schön werden würde. Tja, die Akne wurde zwar nicht besser aber ich nahm zumindest ab. 😉 Im Laufe der folgenden 5 Jahren strich ich zuerst rotes Fleisch, dann weißes Fleisch und letzten Endes auch Fisch von meinem Speiseplan. Was übrig blieb waren hauptsächlich Kohlenhydrate und mir ging es nicht wirklich gut damit. Mit 23 Jahren fing ich dann wieder an Fisch zu essen und merkte direkt wie es mir körperlich und psychisch besser ging. Das war schon so ein kleines Aha-Erlebnis. Bis ich jedoch wieder genussvoll in ein Rindersteak beißen konnte, sollten noch einige Jahre vergehen. Unterdessen entwickelte ich diffuse Darmprobleme die sich jahrelang in unterschiedlicher Ausprägung bemerkbar machten. Eine Ärzteodyssee brachte mir nur die Diagnose Reizdarm ein. Nahrungsmittelunverträglichkeiten wurden damals nichtmal in Erwägung gezogen, geschweige denn angesprochen! 2009 wurden die Magen-/Darmprobleme immer schlimmer und zusätzlich entwickelte ich mich wieder zum Moppel. Ich hatte das Gefühl ständig essen zu können und nie wirklich satt zu sein. Ich konnte vormittags 4 Scheiben Brot vertilgen und hatte mittags wieder Hunger, Zitter- und Schwindelanfälle bedingt durch niedrigen Blutzucker wurden immer häufiger. Ein Nachmittag ohne Stück Kuchen oder Schokolade war undenkbar und abends gab’s häufig Nudeln mit deftigen Soßen.

Zudem hatte ich körperliche Symptome die ich damals gar nicht mit meiner Ernährung in Verbindung brachte. Denn was haben Zyklusbeschwerden, häufige Halsentzündungen und depressive Verstimmungen schon mit dem Essverhalten zu tun? Wie sich für mich herausstellte: eine ganze Menge!

Anfang 2010 stieß mein Mann auf einen Artikel im Spiegel über die paleo Ernährung und ich musste mir die angegebenen links natürlich durchlesen, obwohl ich im ersten Moment nur dachte „was ist das denn für ein Schwachsinn – ich ernähre mich doch nicht freiwillig wie ein Steinzeitmensch!“ Über Richard Nicoley bin ich dann unter anderem auf den Seiten von Loren Cordain und Mark Sisson gelandet und habe tagelang damit zugebracht mich einzulesen. Es machte alles so verdammt viel Sinn! Es wäre blöd gewesen diese Diät nicht auszuprobieren, denn ich hatte ja eh nichts zu verlieren. Ich setzte mir also eine 4-Wochen Challenge. 4 Wochen lang kein Getreide, kein Zucker, keine Hülsenfrüchte, keine raffinierten Pflanzenöle. Dafür viel Gemüse, Obst, Fleisch und Fett. Die erste Woche war hart und ich hatte grippeähnliche Symptome (das ist aber normal weil der Körper regelrecht auf Kohlenhydrate-Entzug ist) Danach ging es aufwärts und nach einem Monat ging es mir so super, daß ich gar nicht mehr zu meiner gewohnten Ernährung zurück wollte! Ich habe dadurch auch festgestellt, daß ich glutenhaltiges Getreide gar nicht gut vertrage und es wahrscheinlich die Ursache für die Bauchschmerzen war. Die Pfunde fingen an zu purzeln ohne daß ich irgendwas tun musste – bis jetzt habe ich 8 Kilo abgenommen, ich baute viel schneller Muskeln auf, ich fühlte mich leistungsfähiger und energiegeladener als jemals zuvor und ich hatte nicht mehr dieses ständige latente Hungergefühl.

Ich muß keine Kalorienzählen, keine Mengen berechnen, ich esse wenn ich hungrig bin und höre auf wenn ich satt bin. 3 Mahlzeiten am Tag reichen aus, mein Blutzucker spielt nicht mehr verrückt und ich bin dadurch auch psychisch viel ausgeglichener. Und es wirkt sich so unglaublich positiv auf meinen Zyklus aus, das hätte ich niemals für möglich gehalten. Allein dafür hat sich die Umstellung gelohnt.

Und jetzt zum einzigen negativen Punkt der mir einfällt 😉  Es ist definitiv teurer. Vorallem wenn man wert auf Biofleisch legt. Aber ehrlich gesagt gebe ich das gerne aus denn ich habe so viel an Lebensqualität gewonnen. Man spart auf der anderen Seite auch das Geld für Arztbesuche und Medikamente denn ein weiterer Nebeneffekt von paleo ist ein starkes Immunsystem. 🙂

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3 Gedanken zu „Warum paleo?

  1. Das liest sich interessant – ich frag mich ob man das als Pescetarier auch machen kann. Fleisch krieg ich nicht über die Lippen – Fisch wäre kein Problem 😉 Ich glaub ich muss mich da mal einlesen!

  2. Es gibt praktisch niemanden, der 30 Tage konsequent Paleo/LCHF gegessen hat, der keine gesundheitlichen Verbesserungen erleben durfte. Darum lohnt sich dieser Versuch immer.

    Ich möchte auch nie mehr zurück – ich fühle mich einfach prima mit diesem WOE.

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